Lindenblüten – jetzt ist Erntezeit!

wie kleine Sonnen. Lindenblüten zur Erntezeit

Lindenblüten – Tee

Ich habe heute bei meinem Spaziergang Lindenblüten gefunden und einige zum Tee bereiten in der Erkältungszeit gesammelt. Aber auch als Tee zu harmonischen Zusammenkünften eignet sich die milde stimmende Kraft der Linde. An heißen Tagen schmeckt der abgekühlte Tee mit einigen Pfefferminzblättern darin erfrischend und lecker!

 

Wo wäre eine Linde in deutschen Landen – und gewiss ist es in anderen auch so – unter der nicht eine Bank stünde oder neben der sich nicht eine Kapelle befände. Die Schönheit ihres Baues, das Überdach ihres Schattens und das gesellige Summen in ihren Zweigen laden dazu ein.
(Adalbert Stifter)

 

Die Linde, ein weitverbreiteter Hausbaum, gilt als Freund des Menschen, als Glücksbringer.


Möglicherweise steht der deutsche Name in Beziehung zu lind (weich, geschmeidig), wegen des geschmeidigen Basts oder des weichen Holzes. In der Volksmedizin lindert ein Tee der Blüte besonders Erkältungen im Anfangsstatium

Die Linde ist ein Versammlungsbaum

Früher gab es zahlreiche Alleen, die beidseitig mit Linden bestanden waren, darauf weisen noch heute Straßennamen hin: „Unter den Linden“ oder „Lindenallee“.

Zu meiner Freude finden sich hier in Rheines Stadtgebiet noch einige dieser prachtvollen Bäume, manche haben eine Bank unter ihrere schatten-spendenden Krone stehen! Das lädt freundlich zum Verweilen ein. Der Duft der Blüten stimmt und gesellig und milde, so dass friedvolle Momente enstehen können

Heute stehen in den Dörfern Mehrzweckhallen, früher gab es Linden. Die „Dorflinde“ wird in Meyers Konversationslexikon definiert: „Dorflinde, eine vielerorts auch in Städten und Märkten als Mittelpunkt des Rechts- und Gemeinschaftslebens, auf dem Gerichtsplatz oder der dörflichen Versammlungs- und Feststätte gepflanzte und gepflegte Linde“
Die Sommerlinde, die häufig erst im Alter von 15-30 Jahren blüht, war der klassische Mittelpunkt der Dörfer, der Treffpunkt im Ort, an dem sich das gesellige Leben der Leute abspielte.
In manchen Orten wurde sie sogar zum „Tanzsaal“ umfunktioniert – die weit ausladenden Äste der „Tanzlinde“ wurden – oft über Jahrzehnte hinweg – zu waagrechten Astkränzen geformt. Darüber wurden Bretter gelegt; dazu Geländer, Leitern und stützende Pfosten – und der Tanzsaal im Freien war fertig.

„Schon um die Linde war es voll und alles tanzte schon wie toll!“ schrieb schon Goethe.

Das „Linde“ , botalisch Tilia  steht für  „lind“ und lindern ;ist  mild, sanft, zart,weich) und Ursprung des Wortes „Subtile“ (von „subtil“; zart, fein, aber auch scharfsinnig, spitzfindig) Sie verkörpert (im Gegensatz zu Eiche)  sinnbildlich das weibliche Wesen.  Unter der Dorflinde wurde auch Gericht gehalten..im Gegensatz zu den Rechtsprüchen unter  Eichen ist überliefert, dass besonders milde „subtile“ Urteile gefällt wurden.

Die überlieferte Heilwirkung der Linde

 

Wissenschaftlich bestätigt ist heute die schweißtreibende, schleimlösende und reizlindernde Wirkung der Lindenblüten.  Der Tee hilft um leichten Stress abzubauen und wirkt ausgleichend und schlaffördernd. Ein stark zubereiteter Tee ist als Schwitztee geeignet.

Als Haustee in verbindung z.B. mit Pfefferminze ist der reizarme Tee für die ganze Familie geeignet. Kinder mögen den leicht süßlichen, lieblichen Geschmack.